Selbstzweifel

Zu dick, zu große Nase, zu kleiner Po, zu unreine Haut, zu schüchtern, nicht gut genug.

Oft sind wir unzufrieden mit uns selbst- sei es wegen unserem Aussehen oder unserem Charakter. Wir wollen immer haben, was wir nicht haben. Das beste Beispiel hierfür sind Haare: Haben wir glatte Haare, wollen wir lockige Haare. Haben wir aber lockige Haare, wollen wir lieber glatte Haare haben. Wir sind nie zufrieden, mit dem was wir haben- viel zu oft zweifeln wir an unserem Körper, unseren Fähigkeiten und unserem Charakter. Und warum? Weil wir uns mit anderen vergleichen. Weil wir schon seit unserer Kindheit miteinander verglichen wurden: Der Kumpel, der in Mathe eine 1+ geschrieben hat, wenn man selbst nur eine 3 geschrieben hatte- der kleine Bruder, der sich besser mit der Technik auskennt als man selbst oder die jüngere Cousine, die so fleißig im Haushalt mithilft. Wir wurden schon von klein auf mit unseren Freunden, Geschwistern oder Verwandten verglichen, da ist es ja eigentlich selbstverständlich, dass man sich einprägt, dass es normal ist, sich mich anderen zu vergleichen oder verglichen zu werden.

„Ich muss besser sein als die.“ „Ich will auch so eine tolle Figur haben wie meine beste Freundin.“ Weil wir uns jeden Tag auf’s Neue mit unseren Mitmenschen vergleichen, sind wir so unzufrieden mit uns selbst. Und ich denke, dass sehr viele ein Problem mit Selbstzweifel oder sogar Selbsthass haben. Ich habe an mir selbst beobachtet, wie glücklich ich aufwache, wenn ich mich beispielsweise zur Schule gehe. Ich wache auf, ziehe mich um, mache mein Make-Up und meine Haare. Dann, wenn ich in den Spiegel schaue, bin ich meistens zufrieden mit dem, was ich sehe. Ich bin zufrieden mit meinem Outfit. Ich bin zufrieden mit meiner Figur, mit meinem Make-Up. Und dann lächle ich mich im Spiegel an und denke mir, dass ich doch eigentlich echt schön bin. Danach, wenn ich zur Schule gehe, treffe ich natürlich viele Menschen: Klassenkameraden, Freunde, Lehrer. Ich beobachte jeden Tag meine Mitmenschen-besonders in der Schule: „Was hat meine Freundin denn da für neue, coole Schuhe an? Und ich habe da nur meine alten Nike- richtig uncool.“ und „Wow, hat die eine coole Frisur- da komme ich mir mit meiner einfachen Frisur schon ein bisschen hässlich vor..“ Je mehr Menschen ich morgens treffe, desto unzufriedener werde ich im Laufe des Tages. Es sind aber nicht nur Unzufriedenheiten mit dem Körper oder dem Style- nein, ich bewundere auch ganz oft das Selbstbewusstsein oder das Durchsetzungsvermögen anderer. Wenn ich dann in Pausen in einen Spiegel schaue und mich selbst betrachte- die Person ansehe, die ich morgens noch für total hübsch gehalten habe, dann fühle ich mich genau in solchen Momenten richtig hässlich. Mal mehr, mal weniger. Und warum? Weil ich mich mit so vielen Menschen verglichen habe.

Vielleicht kommt euch eine solche Situation ja bekannt vor, vielleicht geht es euch nicht anders als mir. Aber was kann man tun, um sich nicht jeden Tag auf’s Neue mit den anderen zu vergleichen? Viele würden jetzt vielleicht sagen, man sollte aufhören, sich mit anderen zu vergleichen. Aber geht das wirklich? Und wie geht das? Man schaut seine Mitmenschen und Freunde an und bemerkt Dinge an ihnen, die man selbst schön findet. Dieses Beobachten kann man denke ich wirklich nicht abstellen, man muss schon anders an die Sache rangehen. Wie wäre es, wenn ihr euch öfters mal vor den Spiegel stellt und euch zusprecht, wie schön ihr seid. Das mag zwar eingebildet klingen, hilft aber eigentlich nur, ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Findet Dinge, mit denen ihr zufrieden seid- die ihr selbst an euch schön findet. Mag ja sein, dass man heute einfach einen Badhair-Day hat, aber hey, vielleicht sind dir heute besonders gut deine Augenbrauen gelungen oder dein Augen-Make-Up. Alles, mit dem man unzufrieden ist, wird durch zwei positive Dingen an euch selbst, ersetzt. Ist doch ganz einfach oder? Wenn man sich dann mit Freundinnen vergleicht und die neuen Schuhe der besten Freundin bemerkt und diese echt schön findet- wieso macht man ihr denn nicht einfach ein Kompliment und bereitet ihr eine Freude? Warum nicht einfach Komplimente machen, anstatt an sich selbst zu zweifeln? Auch sollten wir nie vergessen, dass wir nicht die Einzigen sind, die unzufrieden mit sich selbst sind und sich jeden Tag mit anderen vergleichen. Nein, es geht so vielen Menschen so und deshalb sollte uns bewusst sein, dass sich vielleicht andere wünschen, so zu sein wie wir sind. Vielleicht beneidet mich jemand um meine Figur, mit der ich eigentlich nicht so zufrieden bin? Vielleicht findet jemand anderes mein neues Oberteil schön und würde es auch gerne haben? Und wenn jeder Komplimente machen würde, anstatt einfach nur zu Vergleichen, würde man selbst auch mehr Komplimente zurück bekommen, denn du bist wunderschön.

 

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20 thoughts on “Selbstzweifel

  1. Danke für diesen schönen Text! ❤ Ach, diese Selbstzweifel und das Vergleichen kenne ich nur all zu gut…Es ist echt nicht einfach mit sicher selber zufrieden zu sein… Und aufhören zu vergleichen ist fast unmöglich. Aber ich probiere deinen Tipp, für etwas, was mich stört, zwei schöne Dinge an mir zu finden, umzusetzen… 🙂

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  2. Ich habe schon mal einen ähnlichen Beitrag geschrieben, dass der größte Akteur bei der Unzufriedenheit, das Vergleichen ist. Ich habe es wirklich geschafft das Vergleichen zu 95% abzustellen, in dem ich mehr Selbstliebe und Akzeptanz übe, jeden Tag aufs Neue 😊

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  3. Wow super Text! Du hast so recht! Mir passiert das auch immer… dass ich mich vergleiche und dann nicht mehr schön genug finde. Doch mittlerweile habe ich es geschafft, meine Einstellung zu ändern. Ich mache das, was mir gefällt und mag ich deshalb vielleicht nicht perfekt wirken, hey niemand ist perfekt, denn Perfektion kann man genau wie „normal“ nicht genau definieren. Man soll nicht auf das Unperfekte achten, sondern die schönen Sachen und genau das zeigt uns dass wir schön sind, so wie wir sind.
    Ich wünsche auch dir ein schönes Wochenende liebe Eva ❤

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  4. Super schöner Text Eva ! Ich kenne diese Situationen nur zu gut, und das macht einen auf Dauer wirklich unglücklich, deswegen finde ich das echt toll, dass du zu dem Thema so einen schönen uns vor allem auch hilfreichen Text geschrieben hast, denn ich denke, dass viele sich damit identifizieren können. ❤ ganz liebe Grüße, Alina ❤

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  5. richtig toll geschrieben 🙂 ich hatte früher auch oft selbstzweifel u hab mich oft mit anderen verglichen (in manchen sachen steigert das jedoch den ergeiz wenn es zb um gute noten geht)
    jetzt wo älter bin, habe ich gelernt mit dem umzugehen was ich habe – ich werde nie lange volle haare haben können und ich werde auch nie ganz ganz dünn sein aber ich habe gelernt mit dem was ich habe glücklich zu sein u das beste draus zu machen 🙂
    danke für das liebe kombliment auf meinem blog 🙂
    xo katy

    http://www.lakatyfox.com

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  6. Pingback: Mein Jahr 2016

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