Grades don’t define you

gradesarejustnumbers-2Unser ganzes Leben dreht sich nur um ein und die selbe Sache: Es geht darum, gut zu sein. Alles zu können. Alles gut zu können. Gut reicht eigentlich nicht aus, man muss besser sein. Besser als der Rest, besser als alle anderen. Aber warum? Müssen wir echt unbedingt alles können? Warum ist es schlimm, schlechter als jemand anderes zu sein? Man steht in seinem kompletten Leben unter diesem Leistungs- & Konkurrenzdruck, aber ich will mich heute vor allem auf die Schule beschränken.

Ich bin in der elften Klasse am Gymnasium, G8. Und ich kann mich glücklich schätzen, dass ich in den meisten Fächer relativ wenig dafür tun muss, um gut zu sein. Ja, ich würde schon behaupten, dass ich relativ gut in der Schule bin. Aber reicht das? Reicht es heutzutage aus, ein Abitur mit 2,5 zu bestehen? Es gibt immer mehr Jugendliche, die auf ein Gymnasium gehen- somit gibt es auch immer mehr Menschen, die ein sehr gutes Abitur schreiben. Da kann es schon mal passieren, dass man den Job nicht bekommt, weil man nur einen Schnitt von 2,5 hat. Ist es denn so schlimm, nicht am Besten zu sein, sondern einfach nur gut? Man sollte meinen, dass gute Noten nicht alles im Leben sind, aber da denkt man definitiv falsch. Schon ab der Grundschule stehen wir unter dem höchsten Druck. Bist du nicht gut genug, musst du auf die Mittelschule gehen. Aber wie soll ein Kind im Alter von 6-10 Jahren verstehen, dass es lernen muss, um gute Noten zu schreiben? Gute Noten schreiben, auf’s Gymnasium gehen, ein gutes Abitur erreichen, studieren und einen guten Job bekommen.

Aber was ist denn gut? Braucht man echt ein Abi, um ein gutes Leben zu führen?-Nein. Man muss nicht immer am Besten sein. Man braucht nicht immer die besten Noten. Man kann auch mal eine schlechte Note haben. Was sagen Noten denn aus? Im Endeffekt nichts. Sie sagen vielleicht aus, ob man gelernt hat oder ob der Lehrer einen einfach mag. Inwiefern kann man sagen, dass man ‚dumm‘ ist, nur wenn man schlechte Noten schreibt? Ich würde sagen, dass Intelligenz nur einen Bruchteil mit Schul-Noten zusammenhängt. Vielleicht hat jemand, der eine schlechte Note hat, einfach nur Prüfungsangst, hatte einen Blackout, oder hatte einfach am Wochenende etwas Besseres zu tun als sich für die Klausur vorzubereiten. Klar, Lehrer vermitteln immer, dass man lernen soll und Schule an erster Stelle steht- schließlich geht es ja um die Zukunft. Aber ist es nicht eigentlich viel wichtiger, sein Leben zu genießen, Freunde zu haben und Zeit mit seiner Familie zu verbringen? Eben all das zu machen, was einem wichtig ist? Wenn man das macht, wird man bestraft. Man wird bestraft, indem man eine schlechte Note bekommt. Aber wann bekommen wir endlich mal eine Note auf unser Sozialleben? Ist man ein schlechter Mensch, wenn man eine schlechte Note oder einen schlechten Abschluss hat? Nein.

Noten definieren nicht, wie man ist. Noten bestimmen nicht, wie intelligent jemand ist. Und vor allem definieren Noten nicht deinen Charakter.

Niemand ist perfekt, niemand kann in allem der Beste sein. Jeder macht Fehler und jeder hat Schwächen. Dafür haben wir auch alle unsere Stärken und haben etwas, was wir besser können als andere. Wir haben etwas, in dem wir besser sind als nur ‚gut‘. Das muss nichts mit Schule und mit Schul-Noten zu tun haben, denn es gibt Wichtigeres. Klar, es ist wichtig, einen guten Beruf zu bekommen, aber was ist dieser ‚gute Beruf‘? Ist es wichtig, viel Geld zu verdienen? Oder anderen zu helfen? Oder ist der Spaß an der Arbeit das, was zählt? Für jeden ist in der Hinsicht etwas anderes wichtig, also lässt sich nicht definieren, was ein guter Job ist. Für den einen ist der Beruf als KFZ-Mechaniker der absolute Traumjob und andere sind nicht mit ihrem Job als Arzt zufrieden und gehen ungern zur Arbeit und das, obwohl sie mehr als genug verdienen. ‚Gut‘ ist also nicht einfach so definierbar, denn jeder versteht etwas anderes unter dem so einfach klingendem Wort. Und um noch einmal das Thema ’schlechte Noten‘ aufzugreifen: Auch mit schlechten Noten kann man etwas erreichen. Auch mit einem schlechtem Abschluss ist man nicht gleich arbeitslos, nur weil man vielleicht nicht den Kindheits-Traumjob machen kann. Lass dich nicht runterziehen, nur wenn du eine schlechte Note bekommen hast, ich bin mir sicher du schaffst es, die Note zu ändern.

Noten entscheiden zwar in gewisser Weise über deine Zukunft, aber sie bestimmen nicht, wer du bist.
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13 thoughts on “Grades don’t define you

  1. Leider ist ein Abitur tatsächlich wichtiger als du denkst. Ich sehe bei meinen Freunden, während ich studiere, dass sie es ohne Abitur furchtbar schwer haben. Aber die Note im Abitur ist dafür nur zweitranging – auch ein 2,5 Abitur ist viel Wert! Liebe Grüße, Julia 💟

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    1. Es ist richtig, ein Abi erleichtert so manche Wege, aber es ist nicht dringend notwendig und nicht jeder möchte studieren.💕
      Liebste Grüße & ein schönes Wochenende

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  2. Naja … es geht darum, wo du später hin willst. Ich habe mein bestes im Abi gegeben und mit 18 Jahren ein Abi von 2.3 geschafft, für das Informatik Studium, das ich wollte, hatte ich eh keine Beschränkung. Willst du aber unbedingt in einer Großstadt leben und studieren musst du dich mit den Besten duellieren. Wenn dein Tram beispielsweise Psychologie ist, musst du dich echt anstrengen! Leider gibt’s nichts Vergleichbares mit weniger Anforderungen außer das Studium als Sozialwissenschaftler wo du dann später mit Kindern arbeitest. Wenn du weißt wo du hin willst, hast du es deutlich leichter. Letztendlich zählt neben Studium und Abi auch ganz viel Berufserfahrung und Praktika. Das kann ich dir nur and Herz legen!
    Für mich ist Abi und Studium allerdings die beste Entscheidung. Denn eine 40h Woche möchte ich jetzt noch lange nicht.
    Liebe Grüße
    Jessi
    http://www.jessicakoegel.wordpress.com

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  3. Hallo meine Liebe,
    es ist so witzig diesen Beitrag zu lesen, wenn man selbst gerade im Pädagogikstudium steckt und diese ganze Problematik von vorne bis hinten durchgekaut hat.
    Ich kann dich absolut verstehen. Als ich so alt war wie du, habe ich auch über Notenvergabe geflucht und was es denn überhaupt aussagt. Noten sagen im Endeffekt aus, dass die, die sich gut alles merken können (&die, die gut auswendig lernen können) bessere Noten bekommen. Auf Anwendung wird viel zu wenig Wert gelegt. Das Gymnasium ist aber nun leider schon seit Jahrhunderten ein „Paukinsitut“ und leider kommt es aus dieser Masche nicht raus. Schon mit dem Bildungsgang nach der Grundschule wird leider selektiert, das hast du perfekt beschrieben. So ist leider unser deutsches Schulsystem und daran möchte man auch wirklich etwas ändern. Leider hängt das alles mit vielen, vielen anderen Faktoren zusammen. Besonders hängt das Ganze mit den Eltern zusammen, da sie maßgeblich dafür entscheidend sind, auf welche Schule du kommen wirst und welche Bildung du bekommst.

    Im Endeffekt werden die belohnt, die immer fleißig sind und neben der Schule gefühlt keine Hobbys haben. Genau aus diesem Grund möchte ich auch Lehrer werden: ich möchte nicht, dass die Schüler unnötigen Leistungsdruck haben und Angst davor haben, in die Schule zu gehen.
    Du hast jetzt nur noch ein Jahr vor dir. Zieh das durch und gib alles 🙂 danach hast du es geschafft. Ich habe damals auch gelernt, dass es total egal ist, wie sehr man sich über dieses System aufregt, weil man im Endeffekt nichts daran ändern kann. Vielleicht wird es in ein paar Jahren mal eine gravierende Änderung geben. Bis dahin heißt es einfach: durchhalten, durchbeißen und alles geben! Du schaffst das ❤

    Ganz liebe Grüße,
    Sandra von https://sandritasol.wordpress.com

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    1. Zunächst einmal ein großes Dankeschön für dein Kommentar, liebe Sandra.💓 Du hast absolut recht, das deutsche Schulsystem ist nicht wirklich gut, aber ich hoffe, dass sich daran etwas ändern wird. Ich finde es echt spannend, zu hören, dass du Lehrerin wirst, denn mein Traumjob ist es ebenfalls, Grundschullehrerin zu werden. Ich hoffe, dass wir beide das Schulsystem in der Hinsicht verbessern können, dass Grundschüler nicht nur mit guten Noten belohnt werden, weil sie keine Hobbys außer Lernen haben. ❤

      Gefällt 1 Person

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